Partnerwahl

Wer passt zu mir?

Von Eric Hegmann

Sie fragt sich schon länger: Ist er der Richtige?

Welcher Partner passt zu dir? Wer gehört in der Liebe zusammen? Ziehen sich Gegensätze an oder stimmt: gleich und gleich gesellt sich gern? Seid ihr euch ähnlich genug oder seid ihr zu verschieden? Mach den Test und finde heraus, wie gut du und dein neuer Kontakt zusammenpassen

Inhaltsübersicht:

 

Welcher Typ passt zu mir?

Wer passt zu mir, will jeder wissen. Die Psychologie sucht auf diese Frage schon lange Antworten. So gibt es zahlreiche Persönlichkeitsmodelle, die genau das beantworten sollen: Wer passt eigentlich zu wem? Beim Online Dating ziehen solche Tests häufig im Hintergrund die Strippen, denn die Algorithmen, die Partnervorschläge machen, müssen ja nach einem System programmiert werden. Du bist mit diesen Persönlichkeitsmodellen also ganz gewiss bereits in Kontakt gekommen. Mit die bekanntesten Modelle in Deutschland sind der MBTI, (Myers-Briggs-Typenindikator) sowie das DISG-Modell (Dominant, Initiativ, Stetig. Gewissenhaft). Beide basieren auf einem Modell aus der Antike, das Menschen nach vier Temperamenten unterteilte: Choleriker, Sanguiniker, Phlegmatiker, Melancholiker. Ebenso wie Fritz Riemanns Modell der 4 Grundformen der Angst (schizoid, depressiv, zwanghaft, hysterisch).

Die Übereinstimmung dieser – und nahezu alle anderen – so genannten Vier-Komponenten-Modelle ist frappierend. Besonders wenn es um die Bewertung von Stärken und Schwächen der Typen geht: wertfrei nämlich, denn sie bedingen einander. Es gibt keine Stärke, die nicht auch Schwäche sein kann – und umgekehrt. Beispiel: Jemand, der sehr genau und gründlich arbeitet, gilt als gewissenhaft. Das klingt für die meisten Menschen positiv. Hat diese Person jedoch eine stark ausgeprägte Angst vor Veränderung und leidet wegen schlechter Erfahrungen unter einem verletzten Selbstwert, so wird er möglicherweise zum eher unangenehmen Pedanten, dessen Perfektionismus eine Schutzstrategie gegen (vermeintliches) Chaos darstellt. Andere Personen wiederum brauchen Chaos, weil sie damit ihrer Angst vor Stillstand entgegentreten. Solange sich nichts verändert, fühlen sie sich gelähmt und wie lebendig begraben. Beide Verhaltensweisen sind gleichwertig. Aber passen sie zusammen, wenn zwei solche Partner aufeinandertreffen? Können die eine harmonische und beständige Beziehung führen?

  • Welche Typen fühlen sich beispielsweise durch einen perfektionistischen Partner im eigenen Verhalten bestätigt und dadurch von ihm angezogen?
  • Welche Typen fühlen sich im Kontakt miteinander wegen der eigenen, stark ausgeprägten Verhaltensweisen unwohl, missverstanden oder sogar bedroht?
  • Welche Typen können ihre unterschiedlichen oder sogar gegensätzlichen Verhaltensweisen als Ergänzung wahrnehmen und dankbar annehmen?

Liebe kann jeder – nur nicht mit jedem. Wer passt zu dir?

Gleich und gleich gesellt sich gerne. Wer passt wohl zu mir?

Gemeinsamkeiten sind sehr wichtig, denn wir alle wünschen uns ja Geborgenheit und Vertrautheit in einer Beziehung. Heute heiraten beispielsweise Akademiker nahezu ausschließlich andere Akademiker. Der Status, die gleichen Werte, die oft ähnlichen familiären Verhältnisse versprechen ein Maximum von Möglichkeiten der Bindung und gleichzeitig ein Minimum an Konfliktthemen, denn die Partner sehen und filtern die Welt und ihre Beziehung ähnlich. Deshalb gehen die meisten Experten auch davon aus, dass die richtige Partnerwahl durch viele Gemeinsamkeiten bestimmt wird.

Woran bin ich mit ihm?

Ist mein Partner der Falsche oder Richtige?

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Aber die Ausprägung, wie viel Ähnlichkeit jemandem guttut und letztlich passt, ist individuell verschieden. Manche Menschen benötigen sehr viel mehr Gemeinsamkeiten, um sich angenommen und sicher zu fühlen, als andere. Das hat sehr viel mit dem eigenen Selbstwert zu tun. Wer sich selbst annimmt, der fühlt sich durch einen unterschiedlichen Partner nicht so leicht bedroht, denn er wird Respekt vor der Andersartigkeit des Partners haben und darin neue Möglichkeiten sehen. Wer einen verletzten Selbstwert nach schmerzhaften Erfahrungen hat, steht oft nicht zu den eigenen Stärken, wünscht sich, jemand anders zu sein, ist unsicher. Unterschiede können auch für diese Menschen sehr anziehend sein, aber sie kommen mit ihnen am Ende nicht zurecht.

Nur mit dem passenden Partner gelingt die glückliche Beziehung auf Augenhöhe, auf die jeder hofft

Es heißt ja: Gegensätze ziehen sich an. Passt das gar nicht?

Eine ganze Menge ist dran an diesem Volksmund, denn beispielsweise fühlen sich viele introvertierte Menschen sehr zu extravertierten Menschen hingezogen. Sie lassen sich anstecken von deren Neugierde auf Menschen und für Neues. Sie finden damit Talente, Stärken oder Verhaltensweisen interessant, die sie selbst nicht haben. Vielleicht wünschen sie sich von einem solchen Partner, dass von diesem etwas auf sie abfärbt. Vielleicht finden sie auch einfach genau das sexy, was sie denken, was ihnen fehlt.

Wer Unterschiede attraktiv findet, der hat (oft) weniger Furcht vor Konflikten als Personen, denen nur Vertrautes und Gleiches Geborgenheit schenken kann. Das benötigt bei Konflikten mehr Initiative und Energie, um den Respekt vor anderen Wünschen des Partners zu wahren, auch in den Momenten, in denen die Bedürfnisse der Partner gänzlich unterschiedlich sind. Das kann anstrengend werden, vor allem nachdem die erste Verliebtheitsphase abgeklungen ist. Es liegt deshalb viel Wahrheit in dem Spruch: Wir verlieben uns in die sympathischen Seiten eines Menschen und dann finden wir heraus, ob wir mit den unsympathischen Seiten zurecht kommen.

Wie viel Gemeinsamkeit, wie viele Unterschiede sind gut für eine Beziehung?

Ob ihr zusammen passt, lässt sich in keine einfache Formel packen, vielleicht aber so: So viele Gemeinsamkeiten wie möglich, so viele Unterschiede wie nötig. Ich beschreibe das gerne mit dem Bild des Werkzeugkasten, den jeder Partner mit in die Beziehung bringt. Diese Werkzeuge werden benötigt, wenn Veränderungen von innen und außen auf die Partnerschaft einwirken und das Paar gemeinsam auf eine Verbesserung dieser neuen Situation hinarbeiten muss. Wären nun beide Partner gänzlich gleich in ihren Erfahrungen und in ihren Lösungsstrategien, würden sie zwei Werkzeugkästen mitbringen, in denen sich genau die gleichen Tools befinden. Das ist gut, dann können beide parallel arbeiten, jeder mit seinem Werkzeug. Haben die Partner jedoch unterschiedliche Prägungen erlebt und damit unterschiedliche Strategien für Konflikte erlernt, dann bringt jeder einen eigenen Werkzeugkasten mit, in denen sich die Tools unterscheiden. Dieses Paar hat nicht nur zwei Werkzeugkästen, es hat auch zwei unterschiedliche Sätze Werkzeuge. Damit hat es doppelt so viele Werkzeuge, um auf Veränderungen zu reagieren. Ein echter Vorteil gegenüber dem anderen Paar, dem möglicherweise in bestimmten Situationen das passende Werkzeug fehlen wird. Aber ganz besonders erfolgreich wird dieses Paar sein, wenn die Partner nun auch noch bereit sind, die Arbeit mit den Werkzeugen des Partners zu lernen und diese zu verwenden.

Wann ist ein Partner der Richtige? Wenn die Mischung von Gemeinsamkeiten und Ergänzungen ausgewogen ist

Sind wir auf einer Wellenlänge?

Es ist kein Zufall, dass Singles diesen einen Wunsch an ihren Partner bei der Partnersuche besonders häufig äußern: „Er/sie soll viel Humor haben, Wir sollten miteinander lachen können.“ Abgesehen davon, dass es grundsätzlich sinnvoll ist, Konflikte weglachen und Probleme mit Humor nehmen zu können: wenn wir an denselben Stellen über dieselben Dinge lachen, dann beweist das, wie ähnlich wir diese Situation wahrnehmen und wir fühlen uns dadurch in unserem Wunsch nach Geborgenheit durch Vertrautheit bestätigt. Wenn du also deinen neuen Kontakt zum Date in eine romantische Komödie einlädst, dann prüfst du unbewusst genau das ab: Wie ähnlich seid ihr euch? Wie verschieden nehmt ihr die Welt wahr?

Kann es gut gehen, wenn Partner sehr ungleich sind? Haben solche Paare eine Chance? Ja, ungleiche Paare haben sehr wohl eine Chance. Die Partner sind ja meist nicht blind in die Beziehung gegangen, die ahnten die Unterschiede vielleicht bereits und sie wollen dennoch oder vielleicht genau deshalb eine Beziehung miteinander eingehen. Sie wissen, worauf sie sich einlassen und wenn sie es ernst miteinander meinen, dann ist es oft sogar hilfreich, von Anfang an über Unterschiede zu diskutieren und zu verhandeln. Viele Paare, die denken, sie seien einander unglaublich ähnlich, erkennen häufig nach Jahren, dass sie sich geirrt haben und kommen dann mit dieser Veränderung nicht zurecht und die Beziehung scheitert.

Du denkst, du bist anders als alle anderen. Im Umkehrschluss heißt das: Alle anderen anders sind als du. Im Umgang miteinander bedeutet dies zu respektieren, dass der Partner einige Dinge anders sieht und deshalb anders reagiert. Wenn allerdings Verhaltensweisen des Partners als schmerzhaft erlebt werden, dann muss man einander und auch sich vielleicht zugestehen, dass man nicht zueinander passt.

Perfekt ist also eine ausgewogene Mischung aus Ähnlichkeiten und Ergänzungen. Denn statistisch bleiben Paare länger zusammen – und glücklich –, wenn sie beinander Geborgenheit und Vertrautheit erleben. Doch Unterschiede sind eben auch Ergänzungen und die sind ebenfalls nötig, wenn das Paar auf Veränderungen reagieren muss und eine Strategie nicht genug ist.

Wie findest du heraus, wer wirklich zu dir passt?

Es gibt viele Möglichkeiten: fahrt übers Wochenende weg, besucht am Samstag ein Möbelhaus oder geht gemeinsam auf einen Flohmarkt. Entweder ihr habt dabei Spaß – oder ein Problem. Aber es geht auch wissenschaftlicher: Der Test der Modern Love School „Woran bin ich mit ihm?“ basiert auf dem Modell von Fritz Riemann und wurde beispielsweise um moderne Bindungstypen der Bindungstheorie von John Bowlby ergänzt. Damit kannst du zunächst dich selbst einordnen – und dann herausfinden, wer zu dir passt. In der Liebe ist alles möglich, aber eben nicht alles gleich wahrscheinlich. Das bedeutet, dass du grundsätzlich mit jedem Menschen eine Beziehung führen könntest, aber die könnte dich vielleicht sehr glücklich oder sehr unglücklich machen. Unser Test rät dir nicht ab, dein Liebesglück mit jemandem zu probieren. Er sagt dir, wer nach psychologischen Kriterien gut zu dir passen wird. Er vermittelt dir einen Eindruck, was euch miteinander erwarten wird.

Woran bin ich mit ihm?

Ist mein Partner der Falsche oder Richtige?

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